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das schwerkraft-programm



“Es ist keine Frage mehr”, sagte Dr. Beate Berger zu Beginn des 8. Jahres ihrer Kanzlerschaft, „dass die Schwerkraft die Hauptursache unserer Klima- und Ressourcenprobleme ist“. „Wir műssen der Welt mit gutem Beispiel vorangehen und unsere Industrie in der Entwicklung Schwerkraft-sparender Zukunftstechnologien unterstűtzen“. „Wesentlich ist die Grösse des CO2-Fussabdrucks, den wir verringern műssen, denn er bestimmt sich durch die Ersparnis an Schwerkraft.“

„Ich selbst“, erläuterte die gelernte Physikerin, „gehe mit gutem Beispiel voran. Durch Sport und moderne Diät habe ich gegenűber meinem Spitzengewicht von 2010 ein Drittel abgenommen. Um der Schwerkraft so wenig Ansatzfläche wie möglich zu geben, haben mein Mann und ich das herkömmliche Bett durch einen ventilierten Schlafschrank ersetzt, in dem wir nun stehend schlafen. Damit erzielen wir eine Schwerkraftersparnis von ca. 68 Prozent ohne wesentliche Einbussen an Schlafqualität“.

Die Kanzlerin machte diese Ausfűhrungen bei einer virtuellen Pressekonferenz im Burj Berlin, dem neuen Regierungszentrum, in dem nun alle Ministerien, das Parlament und alle Bundesstellen untergebracht sind. „Statt Dienstwagen benutzen wir die modernen Paternoster, die praktisch schwerkraftfrei funktionieren,“ erläuterte Berger. „Die Schwerkraftersparnis der Bundesregierung durch den Burj dűrfte im Bereich von 90 Prozent liegen“.

Wie schon im Neuen Klima-Programm (NKP) der Bundesregierung vorgesehen, ist die Schwerkraftbekämpfung das zentrale Anliegen der schwarz-grűnen Koalition. „Ein Drittel/ein Drittel/ein Drittel“ lautet das gemeinsame Motto von CDU/CSU und Grűnen. In der Praxis heisst das: alle Bűrger sollen ein Drittel ihres Gewichts abtrainieren. Die Industrie soll alle Produkte um ein Drittel leichter machen. Alle Gebäude sollen durch Konzentration der Einwohner in Hochhäusern und Verzicht auf Eigenheime um ein Drittel verkleinert und erleichtert werden. Daraus errechnet sich laut Dr. Berger eine CO2-Ersparnis von űber 40 Prozent (wegen der Synergie-Effekte) und ein Rűckgang des Primärenergie-Verbrauchs auf die Hälfte des Wertes von 2010 und eine Schwerkraftersparnis in gleicher Höhe.

Das Schwerkraftprogramm der Bundesregierung stösst allerdings in manchen Kreisen auf Kritik. Als kűrzlich die Vorstandsvorsitzenden der drei Premium-Autohersteller in einem Spitzengespräch die Abspeckung aller Fahrzeuge um ein Drittel ankűndigten, drohten die Anteilseigner aus Saudiarabien und den Emiraten mit dem Verkauf ihrer Anteile. Berger erwägt zur Stűtzung der angeschlagenen Autoindustrie ein Abwrackungsprogramm fűr Altwagen von mehr als einer Tonne Leergewicht.

Seit die Grundsteuer auf Baugewicht je Bewohner umgestellt wurde, sind vor allem grössere Eigenheime praktisch unverkäuflich geworden. Die vielen Quadratkilometer von Einfamilienhauswűsten ausserhalb der Städte werden nun von Wild und streunenden Hunden bewohnt. Grossbulldozer sind in der Lage, je drei Häuser auf einmal niederzulegen und den Schutt zu dekorativen Trűmmerhűgeln anzuhäufen.

„In wenigen Jahren werden wir blűhende Landschaften sehen, wo sich einst haessliche, genormte Siedlungen erstreckten,“ lobte die Kanzlerin das Siedlungsbereinigungsprogramm der Bundesregierung. „Jedem Siedler soll in den neuen Wohnsilos maximaler Komfort bei minimaler Schwerkraft geboten werden. Schon heute ist die Bundesrepublik fűhrend nicht nur in Europa, sondern beispielgebend fűr die ganze Welt“.

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—— Benedikt Brenner